Panorama #03
N47°30' / E10°40'
Fotograf: Andreas Waldner
Seehöhe: 1651 m
22. Mai 2011 / 13:30 Uhr
von Westen aufkommende Gewitter mit starkem Hagelschlag
Ich starte bei wolkenlosem Himmel um 8.00 Uhr in St. Valentin auf der Haide und fahre über den Reschen- und Fernpass nach Reutte. Über die Lechbrücke erreiche ich Lechaschau. Von hier erreiche ich über eine etwa 2 km lange Fahrstraße den ca. 1 ha großen Frauensee, ein Naturjuwel. Er liegt auf 972 m Meereshöhe wunderschön eingebettet in einer Mulde am östlichen Fuß der Gehrenspitze in den Tannheimer Bergen. Hier stelle ich das Auto ab und mache mich zu Fuß auf den Weg. Nach einer halben Stunde erreiche ich die COSTARIESKAPELLE auf 1157 m Höhe mit herrlichem Blick auf den Talkessel von Reute. Ein Herr reinigt gerade die Kleinkapelle. Ich frage ihn, wer denn der Hl. Costaries gewesen sei. Er lacht und erklärt mir den Namen der Kapelle. Ein Holzarbeiter aus Italien trägt den Namen Costa. Er muss wohl sehr bekannt gewesen sein, gab man dem Ries, auf dem das Holz zu Tale befördert wurde, seinen Namen. Das Ries oder die Riese (Geländefurche im Berghang zum Abtransport von Holz und Heu) des Costa. Das Costarieskirchele ist eine Ecce-Homo-Kapelle.
Der freundliche Herr ist ein ausgewanderter Landsmann aus Schleis im Vinschgau, schreibt sich Abart und betreut seit Jahren die Kapelle. Nun mache ich mich auf den Weg zu meinem Panoramapunkt.
Der Steig führt steil ins Sulztal, über die Sulztalhütte zur Schallerkapelle. Es ist heiß und Quellwolken ziehen auf. Ich finde den Punkt unterhalb der Schallerkapelle unter der fast senkrechten Wand der Gehrenspitze. Ich beeile mich und mache zwei Serien Panoramafotos auf 1.651 m. In Füssen und am Plansee regnet es bereits. Ich möchte noch etwas abwarten und noch eine Serie nach dem Gewitter machen aber da kommen schon schwarze Wolken über die Gehrenspitze und schon beginnt ein Gewitter mit Blitz und Donner. Ich flüchte vom Berg und suche Schutz unter einem Wetterzirm. Es beginnt zu hageln. Innerhalb kurzer Zeit liegen ca. 10 cm Hagelkörner am Boden. Neue Wolken, unheimliche Blitze und fürchterlicher Donner. Ich steige trotz Gewitter ab. Bin bereits total durchnässt und bei jedem Schritt spritzt das Wasser aus den Schuhen. Der Steig ist nicht mehr begehbar. Ich muss den langen Almenweg nehmen. Es wettert weiter. Nach 2 Stunden erreiche ich den Frauensee. In der Gaststätte „Frauenseestube“ wärme ich mich auf, trockne Geldtasche, Handy und Dokumente. Kleider kann ich nicht wechseln, ich habe keine Reserve mit. Das Handy hat den Geist aufgegeben. Zufrieden trete ich die Heimreise an.
(Andreas Waldner)

