Paul Obwegeser
Landesverdienstmedaille 2004
für Verdienste als Obmann des Vereines Gartenbau und Landschaftspflege
Jenbach, 19. Mai 2005
Fotografie: Heinz Jörgen Hafele
Interview: Josef Sieß
Ausgezeichnet mit der Landesverdienstmedaille 2004 für Verdienste als Obmann des Vereines Gartenbau und Landschaftspflege
Der Vater war in Stumm Schulleiter. … Ich bin das jüngste von 4 Kindern. Der Vater hat gemeint, der junge, der Nachzügler soll Lehrer werden. Der wollte aber nicht Lehrer werden. Ich hab dann durchgesetzt – wir haben in Jenbach da eine Flugzeugfirma gehabt, das war die Firma Heinkel, … bevor man aufgenommen wird in die Höhere Technische Lehranstalt, musste man mindestens zwei Jahre Praxis machen in einem Betrieb, und die habe ich gemacht. … Man hat 1943 frühzeitig die Prüfung ablegen können. Hab den Metallflugzeugbau ausgelernt … und hab den Facharbeiterbrief … bin also Metallflugzeugbauer. Und Selbstverständlich haben sie mich dann einberufen zur deutschen Luftwaffe. … Ich bin nach Frankreich gekommen, bei der Invasion. …. Die deutsche Luftwaffe ist in Frankreich nicht mehr existent gewesen … und so bin ich mehr oder weniger nicht mehr bei den Fliegern gewesen, sondern bei der Bodentruppe. Hab den Rückzug in Frankreich mitgemacht … bin verwundet worden, und hab aber im Lazarett die Gelbsucht bekommen. … Ich bin offiziell im Jänner 1946 aus der französischen Gefangenschaft entlassen worden. … Und dann hat der Familienrat beschlossen, ja mei, mit dem Flugzeugbau wird in Europa nicht mehr viel los sein … tu das, was der Vater gesagt hat, werde Lehrer. Ich bin dann 1946, nach der Entlassung, in die LBA in Innsbruck gegangen. … Ich bin von 1946 bis 1951 in die LBA gegangen und hab 1951 maturiert, 1953 die Lehrbefähigungsprüfung gemacht. … 1968 habe ich angefangen, die Sonderschulprüfung zu machen …. und hab dann 1971 die Sonderschulprüfungen abgelegt für Allgemeine Sonderschulen und für Schwerstbehinderte. 1973 ist in Jenbach eine Sonderschule aufgemacht worden und da habe ich den Direktorposten gekriegt.
Es ist so, in Jenbach da war der Prantl, der Postwirt, war Obmann vom Gartenbauverein, und der ist gestorben und da haben sie keinen gefunden. … Ich hab gesagt, nein, ich mache keinen Obmann! … Dann habe ich gesagt, wenn der Bürgermeister nicht ja sagt, dann ist keine Chance. Wenn, dann übernimm ich nur – jetzt ist schon ein „Wenn“ (Anm.: von mir) gekommen, und jetzt haben sie Oberwasser gekriegt … Und so bin ich am 19. Februar 1974 einstimmig zum Obmann des Gartenbauvereins gewählt worden. 32 Schilling waren in der Kassa!
… Der Gartenbauverein hat sich gewaltig nach aufwärts bewegt. Wir sind der größte Gartenbauverein Tirols, 457 zahlende Mitglieder! … Ich hab zum Bürgermeister gesagt, wir nehmen alles, was Blumenfreund ist, zum Gartenbauverein. Deshalb haben wir eine so hohe Mitgliederzahl.
Wir haben in den 30 Jahren Schwerpunkte gesetzt. Ein Schwerpunkt war, dass uns der Bürgermeister den Blumenschmuckwettbewerb übertragen hat. Dann haben war angefangen alle Jahre einen Halbtagesausflug zu machen. Dann haben wir das ausgedehnt alle Jahre einen Ganztagesausflug zu machen. Und seit 10 Jahren machen wir Mehrtagesfahrten auch … und da haben sich jetzt schon für Juli (Anm.: eine Fahrt nach Leipzig, Potsdamm, Dresden) bereits 60 Leute angemeldet.
