Josef Waldner

Landesverdienstmedaille 2004
für Verdienste um die Landwirtschaft als Ortsbauernobmann sowie als Obmann des Absolventenvereines der landwirtschaftlichen Lehranstalt Imst und um die Gemeinde als langjähriger Gemeinderat

Pians, 3. Juni 2005

Fotografie: Melitta Abber
Interview: Josef Sieß

Melitta Abber - Landesfotodokumentation 2005

Ausgezeichnet mit der Landesverdienstmedaille 2004 für Verdienste um die Landwirtschaft als Ortsbauernobmann sowie als Obmann des Absolventenvereines der landwirtschaftlichen Lehranstalt Imst und um die Gemeinde als langjähriger Gemeinderat

Ich bin in Pians geboren, am 4. 7. 55, das ältestes Kind von Hilda und Josef Waldner, meinen Eltern, die also die Landwirtschaft im Vollerwerb geführt haben. Ich hab die Volksschule in Pians besucht und dann die landwirtschaftliche Lehranstalt in Imst, 1972, und hab dann im Raiffeisen Lagerhaus Landeck bzw. Zams begonnen zu arbeiten

… 1981 habe ich geheiratet, ein Mädchen aus Pians, hab 2 Kinder, der Sohn ist 22 und die Tochter ist 14.

In meiner Tätigkeit neben der Landwirtschaft eben bei der Genossenschaft in Landeck hab ich dann gleich einmal die Möglichkeit gekriegt mich im Betrieb weiterzubilden. Ich hab die Raiffeisenakademie in Wien besucht und bin jetzt seit vielen Jahren Leiter der Warenabteilung in diesem Betrieb der Genossenschaft … Es ist so, das ich dort eine verantwortungsvolle Aufgabe habe, es sind dort 6 Arbeitnehmer unter meiner Leitung. … Das heißt, dass eine 40 Stundenwoche ist und nebenbei, wie schon erwähnt, eine Landwirtschaft mit in etwa 7 Hektar zu bewirtschaften im Tiroler Oberland mit 14-15 Stück Vieh – heißt im Klartext: wenn ich nicht eine Frau habe, die mitspielt, wenn nicht die Familienangehörigen, sprich Kinder, wenn nicht Schwester und Bruder in der Hauptarbeitsstoßzeit mithelfen, ist es fast nicht zu bewältigen. Aber es geht, es ist machbar. … Das heißt in etwa um 5 Uhr aufstehen, dann die Tiere versorgen, melken, Stallarbeit, duschen, ins Büro. Am Abend heim, wenn´s gut geht noch etwas jausnen und dann wieder die Stallarbeit verrichten und da kann es durchaus vorkommen, dass 14-15 Stunden im Tag einmal zusammen kommen, wo man dran ist.

… Ich bin kein Einzelgänger, sondern ich mag gern die Gesellschaft. Ich schätze das Vereinsleben in den Dörfern sehr … bin 1972 zum Jungbauernobmann gewählt worden und Jungbauernobmann war ich dann solange, bis es aus Altersgründen … nicht mehr möglich war. Mein Vater war diese Zeit Ortsbauernobmann und die Bauern in Pians sind der Meinung gewesen, das lassen wir in der Familie und der Junge soll die Ortsbauernschaft weiterführen. So haben mich die Bauern von Pians und Quadratsch zum Ortsbauernobmann gewählt. So ist seit meinem 17 ten Lebensjahr meine Funktionärstätigkeit in der Landwirtschaft vom Jungbauernobmann über den Ortsbauernobmann bis zum heutigen Tag durchlaufend. … Ich war auch in den örtlichen Vereinen viele Jahre tätig. Zum Beispiel 25 Jahre bei der Musikkapelle, bei der Feuerwehr bin ich seit meinem 16 ten Lebensjahr natürlich immer noch dabei und schon Jahrzehnte Schriftführer. Und im Jahr 1980 bin ich in den Gemeinderat gewählt worden und hab dort 4 Perioden gedient, das sind 24 Jahre Gemeinderat. Und letztes Jahr habe ich dann das lassen.

… Ja 1972 hab ich die Schule fertig gemacht in Imst und nach 2, 3 Jahren ist dann einmal der damalige Direktor zu mir gekommen und mich gefragt, ob ich nicht im Vorstand der Absolventenschaft tätig sein möchte. … Ich hab da zugestimmt und bin dann eigentlich dort gleich zum Obmann gewählt worden. … Und so sind das in der Zwischenzeit auch 24 Jahre geworden.