Josef Kofler

Landesverdienstmedaille 2004
für Verdienste um eine über 50-jährige Tätigkeit als Kirchenmesner

Lavant, 8. Juni 2005

Fotografie: Maria Schott
Interview: Margit Santer

Maria Schott - Landesfotodokumentation 2005

Ausgezeichnet mit der Landesverdienstmedaille 2004 für Verdienste um eine über 50-jährige Tätigkeit als Kirchenmesner

Ja, ich bin am 5. Mai 1923 da in Lavant geboren. Bin bei einem Bauern aufgewachsen. Dann habe ich bis 1953 bei dem Bauern als Landarbeiter gearbeitet. 1953 habe ich die Mesnerstelle da oben in St. Ulrich übernommen, am 1. April. Ich bin noch bis zum Heiraten bei dem Bauern geblieben. Bin dann hinaufgezogen ins Mesnerhaus. Da haben sie eine Dienstwohnung gehabt.

… 8 Pfarrern habe ich gedient bis jetzt. Allerhand erlebt, Gutes und Böses. … … Unterdessen habe ich geheiratet, am 16. November 1953. …6 Kinder haben wir gehabt. Wie ich die Mesnerstelle gehabt hab, bin ich auch Forstarbeiter geworden. Im Jahre 1983 bin ich in Pension gegangen.

Kriegszeit habe ich auch hinter mit, von 1942 bis 1945. Bin mit 19 eingerückt, auf Villach hinunter, bin 2 Jahre oben in Finnland gewesen. Durch eine Kriegsverwundung bin ich … am 16. April 1945 nach Lienz ins Heimatlazarett gekommen. Ja und dann bin ich halt Forstarbeiter gewesen, neben dem Mesnerdienst.

…. Hab alles mitgemacht (Anm.: Arbeit am Hof), viel Handarbeit natürlich. Es hat keine Maschinen gegeben. … Die 30iger Jahre waren arme Jahre für Bauern und für alle.

… Bei der Feuerwehr war ich wohl, bin 40 Jahre dabei gewesen.

… Vorbilder, ja Lehrer, Priester – habe ich schon noch in Erinnerung. Damals war eine wilde Strenge noch. Da hat man sonntags immer müssen Kirche gehen. Wenn du das nicht getan hast, bist du in Verruf gekommen, damals. Heute ist das viel lockerer. (Anm.: lacht).

… Ich wollte zimmern lernen, aber da bin ich nicht unter gekommen in Lienz. Heute hat man viel mehr Möglichkeiten. Damals ist es aber ganz begrenzt gewesen mit den Lehrstellen.

… Da hat mich der damalige Pfarrer im Jahre 1952 einmal angeheuert, ob ich Interesse hätte zum Mesner. Ich muss ehrlich sagen, ich hab ihn erst einmal ausgelacht (Anm.: lacht). Auf diese Frage bin ich nicht gefasst gewesen. Ich hab gesagt, ich werde es mir überlegen. Dann ist fast ein Jahr umgegangen. Dann hat er wieder gefragt, ob ich es mir schon überlegt habe. (Anm.: lacht). Hab mit hartem Ja dann zugestimmt. Reiflich überlegt habe ich mir das, weil es ist ja, wie ich es auch später erlebt habe, ein angehängter Posten. Das ist vom 1. Jänner bis zum Ende des Jahres immer da sein. Das ist ein ganz angehängter Posten. Und es war zuerst sehr hart, als ich noch in der aktiven Arbeit (Anm.: Forstarbeit) war. Ich hab müssen in den ganzen umliegenden Gemeinden Holz schlägern. So hat unter der Woche das (Anm.: die Mesnerarbeit) die Frau gemacht. Dann haben auch die Kinder mitgeholfen. 20 Jahre, von 1953 bis 1973 habe ich müssen alles händisch läuten, natürlich die Frau auch – 3 mal am Tag, um 6 in der Früh, zu Mittag und abends um 7 oder 8. Das waren schwere Zeiten, 3 Glocken oben. Ich bin sonntags gleich müde gewesen wie werktags beim Holzschlägern, Tatsache wahr. … Ich könnte ein Buch schreiben, was ich da erlebt habe in den 52 Jahren, Tatsache wahr… Ich hab mir gedacht, jetzt bin ich so lang dabei, jetzt halte ich durch. … Andere haben am Sonntag rasten können, ich hab 7 hinaufgehen können, 7 mal die Glocken läuten.

… Ja, er (Anm.: 1953, der damalige Pfarrer) hat gesagt, da kriegst du eine Wohnung. Und das hat mich motiviert, das zu tun.