Hildegard Gerstbauer
Landesverdienstmedaille 2004
für Verdienste um den unermüdlichen Einsatz bei der Betreuung älterer Menschen und sozialer Härtefälle
Rinn, 29. März 2005
Fotografie: Josef Sieß
Interview: Claudia Schiffkorn
Ausgezeichnet mit der Landsverdienstmedaille 2004 für Verdienste um den unermüdlichen Einsatz bei der Betreuung älterer Menschen und sozialer Härtefälle
Ich stamme aus Kärnten, bin aber schon über vierzig Jahre in Tirol. Mit fünfzehn Jahren hat die Mama gesagt, jetzt musst du selber schauen, wie du weiter kommst, da hat sie mich zur Tante heraufgeschickt alleine, das erste Mal mit dem Zug.
Und so hab ich eigentlich nachher mein Leben selber gemeistert.
Wir waren vier Kinder daheim, wenig Geld vorhanden, da hat eben jedes früh schauen müssen, dass es gleich einmal fortkommt.
…Ich wollt immer nur arbeiten, gleich richtig etwas arbeiten, nicht eine Lehre anstreben. Ich wollt eigentlich immer eine Arbeit so vom Land her und bin auch in einen Betrieb hineingekommen, wo das genau gepasst hat, in die Molkerei, die Tirol Milch, da hab ich angefangen. Da haben sie mich im Lauf der Jahre an vielen Stationen eingeteilt. Ich war sehr gern dort, es hat mir dort sehr gut gepasst.
Bis es halt geheißen hat, so, was willst du jetzt: im Beruf weiter machen oder Familie. Ich hab mich dann für das zweite entschieden. Ja, und dann ist es flott gegangen, dann sind Kinder gekommen. Drei Kinder hab ich und vier Enkelkinder
Und in der Zwischenzeit habe ich eben gemerkt, dass ich fürs Soziale eine Neigung habe. Wenn ich in meiner Umgebung was gehört habe, hab ich mich gleich interessiert dafür. Und ich bin also auch bei örtlichen Vereinen dabei, bei der Frauenbewegung bin ich schon sehr lang dabei. Von diesem Verein aus hab ich mich dann auch entfalten können. Die Leute haben mein Interesse auch gleich gemerkt und sind an mich herangetreten, mich hat es gefreut wenn ich jemandem hab helfen können, ja und so sind die Leut’ positiv eingestellt auf das. Zuhören können ist wichtig, mit den Leuten reden, sich drum kümmern, wenn man schon mal einen Kontakt aufgenommen hat., zu mir kommen so viele Leut, nur um ihre Sorgen einmal los zu werden, dass ihnen wieder leichter wird.
Das ist für mich auch wichtig, dass sie kommen, und es kommt jede Schicht Leute eigentlich zu mir. Man sagt mir eine Gabe nach, Vertrauen zu erwecken. Ich denke, das muss mir angeboren, muss mir in die Wiege gelegt worden sein.
