Herbert Weisleitner
Landesverdienstmedaille 2004
für Verdienste als Obmann des Landesförsterverbandes und um die Führung der Tiroler Forstgartenbetriebe
Innsbruck, 6. Juli 2005
Fotografie: Heinz Jörgen Hafele
Interview: Josef Sieß
Ausgezeichnet mit der Landesverdienstmedaille 2004 für Verdienste als Obmann des Landesförsterverbandes und um die Führung der Tiroler Forstgartenbetriebe
Ich bin 1948 in Waidring in Tirol geboren. Bin ein Tiroler, bin aber dann in Oberösterreich aufgewachsen, in diesem Schlosshotel Orth. Ich habe dort gewohnt und zwar deswegen, mein Vater war Schulförster in Gmunden. … 1958 sind wir zurück nach Tirol. Mein Vater hat dann diese forstliche Ausbildungsstätte in Rotholz aufgebaut. Er war Förster und deswegen habe ich, eh als einziger in der Familie, dann den Försterberuf erlernt.
… Wie der Forstdirektor Scheiring 1971 nach Innsbruck gekommen ist, als Forstdirektor – ein halbes Jahr darauf, bin ich dann nachgefolgt … und bin dann in der Forstdirektion geblieben. Ich hab aber den Lehrberuf nicht ganz aufgegeben, sondern bin im Winter in der Ausbildung der Waldaufseher tätig und vor allem in der Erwachsenbildung, in diesem ganzen Kursprogramm, bin in etwa, sagen wir so, die moralische Instanz bei Holzsortieren und Holzmessen in Tirol.
… Ich bin da (Anm.: in der Forstdirektion) für die Forstgärten verantwortlich gemacht worden. Wie ich angefangen hab, habe in etwa 85 Frauen als Mitarbeiterinnen gehabt. … sehr viele Standorte in Tirol, alles Handarbeit. … Die Forstgärten waren defizitär. … Man hatte es nicht geschafft aktiv zu wirtschaften. Jetzt ist der Forstgarten ein doch sehr profitabler Betrieb für das Land. Wir haben jetzt 30 Mitarbeiter, haben die Anbaufläche verdreifacht. … … Das Technische ist bei uns im Betrieb etwas ganz Wichtiges. Ich habe zum Beispiel ein Konzept über die Weltbank für die Pflanzenversorgung in China geschrieben. Und dieses Konzept ist dann von der Weltbank finanziert worden. Und wir haben dann 2 Forstgärten mit je 100 Hektar in China gemacht, wobei die gesamte Wertschöpfung in Österreich geblieben ist. … Seit ich den Forstgarten übernommen hab, jetzt einmal, gerade so ganz kurz nachgerechnet, werden in etwa 100 Millionen Pflanzen durch meine Hände gegangen sein. … Ich bin zwar Beamter, dem Status nach, bin aber voll in der Wirtschaft tätig. Wir sind voll in der Privatwirtschaft, sind auch steuerlich gleich. … Der Eigentümer ist halt in diesem Fall das Land Tirol und nicht ein Privater. Tirol ist, glaube ich, ist der einzige (Anm. Forstgarten in Österreich), der aktiv bilanziert.
… Es ist nicht nur die Liebe (Anm.: zum Beruf), es muss einem auch Spaß machen und… das glaube ich ist etwas sehr Wichtiges, man muss auch die richtigen Vorgesetzten haben. … Also ich bin sicher ein äußerst schlechter Beamter. Ich sag das bei jeder Kontrolle …, wenn ich alle Verordnungen und Verfügungen, die es im Land gibt, einhalten würde, dann wäre der Forstgarten genauso defizitär, wie alle anderen Landesbetriebe, es wäre nicht möglich.
