Heinrich Hupfauf
Landesverdienstmedaille 2004
für Verdienste um die Behandlung und Erledigung von sozialen Begleitmaßnahmen im Rahmen der Evakuierung der vom Eiblschrofen-Ereignis betroffenen Anrainer
Schwaz, 17. Mai 2005
Fotografie: Heinz Jörgen Hafele
Interview: Josef Sieß
Ausgezeichnet mit der Landesverdienstmedaille 2004 für Verdienste um die Behandlung und Erledigung von sozialen Begleitmaßnahmen im Rahmen der Evakuierung der vom Eiblschrofen-Ereignis betroffenen Anrainer
…Am 1. August 1981 kam ich in die Stadtgemeinde und habe dort bereits … die Sozialreferentin (Anm.: war im Krankenstand) vertreten können und es war dann mein Wunsch, diese Abteilung übernehmen zu können. … Am 1. 1. 1985 habe ich dann offiziell die Abteilung übernommen. … Es ist eine sehr schöne Aufgabe, weil man vielen Menschen helfen kann und es ist eine sehr schwierige Aufgabe. … Ich habe versucht insgesamt herauszufinden, was sind die Bedürfnisse von den Menschen und wie kann ich effizient eine Gesamthilfe anbieten. Danach habe ich versucht den Hilfesuchenden das Angebot zu präsentieren und es ihnen zukommen zu lassen. Durch meine Tätigkeit beim Finanzamt ist mir zugute gekommen, dass ich da … Bescheid gewusst habe, da habe ich Fachkenntnis gehabt … und somit habe ich einfach versucht zu erkennen, was wäre das Beste für ihn und wie kann man das Leid langfristig abdecken. Ich habe geschaut, dass viele, die früher nur Sozialhilfe bekommen haben, dass ich die aus der Sozialhilfe ausgliedern kann. Wenn die Möglichkeit war sie in ein Pensionssystem einzugliedern, habe ich versucht Jahre mit Sozialhilfemitteln nachzukaufen … damit sind die Personen krankenversichert und sie haben einen Rechtsanspruch auf eine Pension und somit ist eine langfristige Absicherung gegeben. Dann habe ich oft Jahresausgleiche und derartige Sachen gemacht, sodass Hilfesuchende einmalige Überbrückungshilfen bekommen haben. Die haben das gar nicht gewusst, dass es das gibt. Und so ist es oft gelungen.
… Ich habe dann das Seniorenressort dazubekommen und im Februar 1999 das Wohnungsressort zu dieser Einheit. Das war eine sehr gute Entscheidung, weil Wohnungen und Soziales sind untrennbar. Wer keine Wohnung hat, hat keine Perspektive. Durch diese Zusammenlegung ist es für mich leichter Hilfe anbieten zu können.
Ab Juni 1999 ist der Eibelschrofen passiert. Und durch das, dass ich das Wohnungsressort auch hatte, war ich selbstverständlich auch für die Unterbringung zuständig. Es waren über 250 betroffene Personen. … Mir ist dazumal sehr zu gute gekommen, dass ich durch meine Tätigkeit einen gewissen Bekanntheitsgrad in Schwaz hatte. Mir ist es gelungen in kürzester Zeit 70 Unterkünfte anzumieten. Die habe ich angemietet, vermietet, übergeben, abgerechnet, ohne dass es Probleme gegeben hat. Die Evakuierten selbst waren, trotz ihrer schwierigen Lage, sehr positiv, waren bereit mitzuarbeiten … und haben auch nicht übertriebene Ansprüche gestellt. Die anderen Personen haben gesagt, ja du hast das auch für uns gemacht, jetzt können wir einmal dir helfen. Wir stellen dir diese und jene Unterkunft zur Verfügung, unentgeltlich, nur um die Betriebskosten. ... Die Leute waren ungefähr 3 Monate evakuiert. Ich hab das abgerechnet, übergeben – es war kein einziger Einspruch, es war keine einzige Gerichtsverhandlung. Das habe ich alles telefonisch abgewickelt. Ich hab die Personen gekannt und ich hab das alles vom Schreibtisch aus gemacht. Und so hatten diese sofort die Unterkünfte.
