Eva Keplinger
Landesverdienstmedaille 2004
für Verdienste um die Gründung des Vereines „Helfende Hände Tarrenz“
Tarrenz, 20. Mai 2005
Fotografie: Melitta Abber
Interview: Josef Sieß
Ausgezeichnet mit der Landesverdienstmedaille 2004 für Verdienste um die Gründung des Vereines „Helfende Hände Tarrenz“
Ja, ich hab immer schon einen sozialen Hang gehabt, … weil ich eine Schwester hab, die mit Rhesusfaktor auf die Welt kam und dann sind mehrere Krankheiten dazugekommen und das kriegt man als kleines Kind schon mit, wenn sich die Schwester schwerer tut mit der Entwicklung und von da aus hab ich schon immer eine Beschützerrolle gespielt, als älteste Tochter der Familie und das wächst so mit einem mit.
… Es ist jetzt 20 Jahre her, dass wir in Tarrenz wieder wohnen. Meine Eltern wohnen auch in Tarrenz und da haben wir wieder unsere Wurzeln gefasst und ich war mit meinen Töchtern daheim – mit kleinen Kindern kann man nicht arbeiten gehen so schnell – und dann ist die dritte Tochter gekommen und dann habe ich etwas gesucht und durch mehrere Gespräche n ist mir aufgefallen, dass sich die Leute schwer tun, wenn sie kranke Leute daheim pflegen und nicht wissen, wo sie Pflegematerial herbekommen.
Dann war ich bei der Rettung Lehrbeauftragte, da hab ich eine Ausbildung gemacht und hab Frauen in den Bezirken motiviert, wenn sie ältere Leute pflegen, dass sie sich leichter tun. Der Kurs hat geheißen „Hilfe für den Helfer“. .. Und ich hab einfach die Frauen geschult, dass sie vor allem Verständnis kriegen für die alten Leut. ….Hab den Frauen gesagt, man kann alles lernen, weil viele Angst gehabt haben vor der Pflege daheim. Dann habe ich gesagt, ja, man wächst hinein! Wenn man einen Menschen gern hat, ist wirklich die Möglichkeit einem alten Menschen zu helfen.
… Und dann haben mir die Frauen in den Kursen erzählt, wie schwer sie sich tun mit Heilmaterial, mit Pflegebetten. Es ist nichts vorhanden in den Gemeinden und es ist auch sehr kostspielig und sehr teuer. Und das war dann der Punkt, wo ich mir angefangen habe Gedanken zu machen und dann haben wir eine Selbsthilfegruppe gegründet in Tarrenz und haben uns spezialisiert Familien, Frauen und Angehörige zu unterstützen mit Heilbehelfe und verschiedene Botengänge oder einfach Entlastungsarbeiten, dass die Frau einmal kurz Zeit hat einkaufen zu gehen, zum Frisör oder zum Arzt. Und das war eigentlich ganz ein kleiner Anfang und es ist immer größer geworden und es wird von den Leuten sehr gut angenommen. Also wir haben die ganzen Heilbehelfe jetzt in Tarrenz, wir haben 10 Pflegebetten, über 10 Rollstühle, Leibstühle, wir haben die Kubidusmatratzen, Infusionsständer, Gehböcke. Ich komme da ins Schwärmen, weil wir das alles eigenhändig gemacht haben, ohne Förderung vom Land und von der Gemeinde, sondern mit Veranstaltungen und mit Spenden.
… Ich hab diesen Verein gegründet und ich bin Obfrau von diesem Verein. Ich habe das angefangen und gesehen, wie jedes Jahr ein Stückchen dazuwächst und da hat man dann eine solche Freude. Und weil das ganze Dorf mithilft, also die Vereine alle unterstützen einen – da kriegt man finanzielle Spenden und kann wieder einen Teil dazukaufen – ja ich mache es einfach mit Freude.
