Anton Platzer

Landesverdienstmedaille 2004
für Verdienste um den Alpenverein als Obmann des Landesverbandes der Tiroler Alpenvereinssektionen

Innsbruck, 10. Mai 2005

Fotografie: Christine Bitsche
Interview: Claudia Schiffkorn

Christine Bitsche - Landesfotodokumentation 2005

Ausgezeichnet mit der Landesverdienstmedaille 2004 für Verdienste um den Alpenverein als Obmann des Landesverbandes der Tiroler Alpenvereinssektionen

Ich stamme direkt aus Rinn bei Innsbruck. Mein Vater war dort lange Jahre Bürgermeister von Rinn. Wir haben dort ein Gasthaus gehabt, das aber im Zuge der damaligen Verhältnisse, Ende der Zwanziger Jahre, wo die große Weltwirtschaftskrise war, unter den Hammer kam.

…Wir sind dann nach Hall übersiedelt. … Bei uns waren 5 Kinder und es war nur möglich, dass einer studiert. Mein Bruder hat studieren können und wir anderen Kinder sind halt so mitgekommen. Und dann kam das Jahr 1938. … und ich hab mich dann mehr oder weniger freiwillig zur Wehrmacht gemeldet und bin auch eingezogen worden im Jahr 1939.

… Ich bin im Mai 1946 zurückgekommen (Anm.: aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft) und hab dann im Juni beim Stadtmagistrat angefangen, hab zuerst im Wirtschaftsamt gearbeitet, bin aber dann bald einmal ins Wohnungsamt und in die Gebäudeverwaltung gekommen. Dort habe ich dann 30 Jahre gearbeitet. Die letzten Jahre von 1966 bis 1975 war ich dann in der Abteilung IV Vorstand der Gebäudeverwaltung und des Wohnungsamtes.

… Nachdem ich im Jahre 1950 in eine Bergsteigergruppe gekommen bin, mit denen ich sehr viele schöne Touren gemacht hab, in der Freizeit … und so habe ich den Alpenverein kennen gelernt. Und da hat ein Kollege im Stadtmagistrat, der Dr. Brandmeier, gesagt, du wärst gerade der richtige Mann. Und ich hab gesagt, ja, ich weiß nicht, jetzt momentan ist es nicht möglich, aber wenn ich in Pension geh, vielleicht mach ich das. Ja und dann bin ich schon vor 1977 beim Alpenverein hineingekommen und ab 1977 war ich Vorstand des Zweiges Innsbruck, wie es heißt. Ich hab dann den Vorstandsposten ausgefüllt von 1977 bis 1994. das ist nicht eine Karriere in dem Sinn. Man hat aber da viel Idealismus gebraucht und ich hab dafür gesorgt, dass die Hütten wieder in Stand gesetzt wurden, nach den Vorschriften des Umweltschutzes ausgestattet wurden. … Da war ich sehr, sehr initiativ! Das war meine Arbeit nach der Pension. … Wir haben in der Senn-Hütte drinnen die Kläranlage gebaut, wir haben beim Sollsteinhaus die ganze Hütte erneuert, wir haben einen Waschraum eingebaut,… wir die Pfeishütte angefangen zu renovieren und unter anderem haben wir auch das Jugendheim Obernberg gehabt. … Das ist für mich eine Beschäftigung gewesen, sicherlich mit sehr viel Zeitaufwand und auch Mühe und Plage.

… Der Alpenverein hat auf Grund seiner Vergangenheit ….1938, da waren sicherlich sehr viele Angehörige des Alpenvereins, die sich national deklariert haben. Und da hat der Alpenverein so einen „Hauch“ gehabt, das sind eh alles Nazis. Ein bisschen ist da der Alpenverein in Verruch gekommen, obwohl da ganz ehrenwerte Personen dabei waren … Nein, das war nicht ganz richtig. … Man hat da den Alpenverein in vielen Dingen verkannt. Und von daher ist es vielleicht auch erst sehr spät gekommen, das man Funktionäre des Alpenvereins gewürdigt hat, so wie es bei mir jetzt war. Ich bin ganz überrascht gewesen. Ich habe nichts gewusst davon und weiß es bis heute nicht, wer das eingereicht hat.