Annemarie Pichler
Landesverdienstmedaille 2004
für Verdienste und großes Engagement um die Tiroler Frauenbewegung
Lienz, 8. Juni 2005
Fotografie: Maria Schott
Interview: Margit Santer
Ausgezeichnet mit der Landesverdienstmedaille 2004 für Verdienste um die Tiroler Frauenbewegung und großes Engagement
… 1944 in Lienz geboren, hab einen älteren Bruder und 2 jüngere Schwestern. Die Mutter war immer Hausfrau und der Vater war Leiter eines Sägewerks in Lienz, das es schon lange nicht mehr gibt. … Ich bin in Lienz in die Volksschule gegangen … Und dann war die Hauptschule vorbei – was tut man? Mein engerer Freundeskreis – alles in die Handelsschule. Ich wäre aber gar nicht ungern Köchin geworden. Und zwar deswegen, weil die Mama so gut gekocht hat. Meine Großmutter, zwei Tanten waren Köchinnen. Und eine Großtante - hat meine Mutter immer erzählt - das war eine so gute Köchin, dass sie in Sterzing hat dürfen kochen, wie der Bauernbund gegründet worden ist.
… Nach der Handelsschule gleich Bürostelle und dann hat mir mein Cousin gesagt, in der Raiffeisengenossenschaft würden sie jemanden suchen. Dort bin ich dann 32 Jahre geblieben, im Sekretariat. Meine Mutter hat immer gesagt, bleib nicht zu lange auf einer Stelle, geh einmal woanders hin. Aber wie es sich halt ergeben hat, ist diese Zeit zusammengekommen und so bin ich halt dann in Pension gegangen, dort.
… Beim Kirchenchor war ich schon seit meinem 14. Lebensjahr. Und die Dora Gasser, das war so eine legendäre ÖVP-Funktionärin in Lienz, Leiterin der Frauenbewegung, hat mich bei einer Jahreshauptversammlung, ich war gar nicht anwesend, … gekürt, so zu sagen. Das war im Jahr 1979. Und seitdem bin ich da dabei - Schriftführerin meistens, momentan Kassier. Aber da wird’s demnächst einen Wechsel geben mit einem jüngeren Ausschuss. … Also ich war immer ÖVP-geprägt, muss ich sagen – vom Vater her, von der Mama. Vater war im Gemeinderat, in der Nachkriegszeit. Und ich war es dann auch eine Periode (Anm.: in Lienz).
… Also, wenn Not am Mann ist, will ich´s nicht verdrängen und sagen, der oder die hat leichter Zeit, sondern ich tu es wohl – wirklich. … Die Flohmärkte, die ich seit dem Jahr 2001 mache … , das ist 3 mal im Jahr. Ich hab jetzt 12 (Anm.: Flohmärkte) gemacht und da haben wir ca. 55.000 €uro für gute Zwecke verwendet. Hauptsächlich geht der Erlös an Osttiroler Ordensschwestern in Bolivien.
… Ein Haus der offenen Tür sagen sie immer, wäre da (Anm.: bei mir), weil da kann jeder kommen. Wenn ich da bin, ist sicherlich das Gatterle nie zugesperrt – ich glaube, das ist mein Plus.
